Seitens der Verhandlungsführung des DEHOGA Bayern wurden die die erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und Herausforderungen der Branche dargelegt. Denn mehr Gäste in ausgewählten Segmenten der Hotellerie bedeuten längst nicht automatisch mehr Ertrag. Viele Betriebe kämpfen mit realen Umsatzrückgängen, während die Kosten für Personal, Energie, Waren und Dienstleistungen weiterhin auf hohem Niveau liegen. Gleichzeitig haben die Arbeitgeber in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Einkommen ihrer Beschäftigten zu verbessern. Allein seit Mai 2022 sind die tariflichen Entgelte um insgesamt 33,8 Prozent gestiegen, was für den Zeitraum Mai 2022 bis August 2026 eine Steigerung von 7,68 Prozent pro Jahr bedeutet. Damit wurde auch die Inflation mehr als ausgeglichen. Auch die steigenden Ausbildungs- und Beschäftigtenzahlen zeigen, dass die Betriebe trotz schwieriger Rahmenbedingungen an ihren Mitarbeitern festhalten und Arbeitsplätze schaffen.
Vor diesem Hintergrund besteht faktisch aktuell so gut wie kein Spielraum für Lohnerhöhungen. Dabei steht außer Frage, dass die Beschäftigten mit ihrem täglichen Einsatz das Fundament der Branche bilden und eine angemessene Bezahlung verdienen. Diese muss jedoch für die Betriebe dauerhaft erwirtschaftbar bleiben. Denn niemandem ist geholfen, wenn gut gemeinte Tarifabschlüsse am Ende Arbeitsplätze oder gar die Existenz von Betrieben gefährden.
Von entscheidender Wichtigkeit ist in unsicheren Zeiten zudem der Gesichtspunkt der Planbarkeit. In einem ersten Schritt wurde deshalb seitens des DEHOGA Bayern eine Laufzeit von 30 Monaten gefordert sowie eine Anhebung der Löhne von 1,1 Prozent zum 1. Januar 2027 und weiteren 0,9 Prozent zum 1. Januar 2028 angeboten. Des Weiteren wurden Verbesserungen für die Auszubildenden in Aussicht gestellt.
Die Gewerkschaft lehnte dieses Angebot als unzureichend ab. Beide Verhandlungsparteien werden sich nun intern erneut beraten und haben sich auf eine Fortsetzung der Gespräche Mitte November verständigt. Der DEHOGA Bayern setzt dabei weiterhin auf konstruktive Verhandlungen mit dem Ziel, die Interessen der Beschäftigten und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Betriebe in Einklang zu bringen.
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