Schweinekrise: Heftiger Preisrutsch bei den Erzeugern

Der Bayerische Bauernverband (BBV) und DEHOGA Bayern appellieren an Gastronomen, auf heimisches Schweinefleisch zu setzen.

Die ohnehin angespannte Marktlage für die landwirtschaftlichen Erzeuger durch insbesondere aufgrund der Iran-Krise erheblich gestiegene Kosten für insbesondere Düngemittel und Energie hat sich aktuell bei den Schweinehaltern durch einen saisonuntypischen heftigen Preisrutsch in eine dramatische Krise entwickelt. Der Schlachtschweinepreis ist in den letzten Wochen trotz schönstem Sommerwetter; Grillsaison und Fußballweltmeisterschaft massiv eingebrochen, um 20 Cent auf 1,40 Euro / kg Schlachtgewicht. Der Ferkelpreis ist ebenfalls um 20 Euro  auf 30 Euro  abgestürzt. Das jetzige Preisniveau für Schlachtschweine wie für Ferkel ist ruinös und akut existenzbedrohend.

Die aktuellen Erzeugerpreise decken, auch im Biosegment, nicht einmal mehr die variablen Kosten. Aber nicht nur die Rentabilität bleibt auf der Strecke, sondern auch die Liquidität. Den Schweinehaltern fehlt schlicht das Geld, um die Produktion aufrecht zu erhalten.

Besonders betroffen sind Betriebe, die entsprechend den Wünschen von Gesellschaft, Politik und Markt in neue Tierwohlställe investiert hatten.

Erschreckend ist außerdem: Einige Betriebe nehmen inzwischen selbst von Investitionsvorhaben mit bereits bewilligter staatlicher Förderung Abstand.

"Wenn den Schweinehaltern die Luft ausgeht, zerreißt die gesamte Wertschöpfungskette und es wird kein bayerisches Schweinefleisch mehr geben", sagt Isabella Timm-Guri, Direktorin Bayerischer Bauernverband.

Neben einem konsequenten Verzicht auf gesetzliche nationale Alleingänge, die die bayerischen Schweinehalter im EU-Wettbewerb massiv benachteiligen, sind in der aktuellen Krise auch die Marktakteure hilfreich. Die Schweinehaltung in Bayern ist darauf angewiesen, dass jetzt alle zur regionalen Erzeugung stehen. BBV und DEHOGA Bayern appellieren deshalb gerade auch an die Gastronomen in Bayern, auf bayerisches Schweinefleisch zu setzen und günstigen Angeboten aus dem Ausland zu widerstehen.

Wir müssen die Versorgungssicherheit mit heimischem Schweinefleisch aufrechterhalten. Programme wie „Geprüfte Qualität Bayern“ und das Bayerische Biosiegel bieten dabei eine hervorragende Grundlage, um als Marktakteur wie auch als Verbraucher auf heimische Erzeugung zu setzen.