HOTREC-Studie: OTA-Markt bleibt hoch konzentriert

85 Prozent der OTA-Buchungen in Europa laufen über nur zwei Plattformkonzerne. Wie sich der Hotelvertrieb entwickelt und welche Rolle der Direktvertrieb spielt, zeigt die aktuelle HOTREC-Studie.

Der europäische Hotelvertrieb bleibt direktvertriebsgetrieben und ist zugleich so konzentriert wie nie. 85 Prozent aller OTA-Buchungen in Europa laufen über zwei Plattformkonzerne, in Deutschland hält Booking Holdings sogar 70,5 Prozent des OTA-Marktes. Das ist der Kernbefund der in der vergangenen Woche vorgestellten European Hotel Distribution Study 2026 von HOTREC.

Europaweit wurden 2025 insgesamt 51,3 Prozent der Hotelübernachtungen direkt zwischen Hotel und Gast gebucht, 32,3 Prozent liefen über Online-Intermediäre wie OTA, GDS und Social Media, auf die OTA allein entfielen 29,9 Prozent.

Bei der deutschen Hotellerie lag der Direktvertriebsanteil bei 59,7 Prozent, die Online-Intermediäre kamen auf 33,6 Prozent, die OTA auf 31,9 Prozent. Deutsche Häuser verkauften also mehr direkt als der europäische Durchschnitt, waren aber trotzdem stärker von OTA abhängig, weil der klassische Offline-Vertrieb über Reiseveranstalter, Reisebüros und Wholesaler in Deutschland mit 5,4 Prozent nur eine Randgröße ist, während er europaweit 14,0 Prozent beträgt.

Die Langfristbetrachtung zeigt die eigentliche Verschiebung. Seit 2013 ist der europäische Direktanteil von 57,6 auf 51,3 Prozent gefallen, der Anteil der Online-Intermediäre von 22,2 auf 32,3 Prozent gestiegen.

In Deutschland verlief die Entwicklung parallel, aber steiler. Der Direktvertrieb sank von 67,3 auf 59,7 Prozent, der OTA-Anteil kletterte von 20,6 auf 31,9 Prozent und damit um 11,3 Prozentpunkte in zwölf Jahren. Gleichzeitig hat die deutsche Hotellerie ihren eigenen Online-Vertrieb ausgebaut. Die Echtzeitbuchung über die hauseigene Website hat sich von 6,1 auf 13,9 Prozent mehr als verdoppelt, während Telefonbuchungen von 27,7 auf 18,1 Prozent zurückgingen. Der Direktvertrieb verschwindet nicht, er professionalisiert sich.

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