Am 31. August 2018 hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angekündigt, in der Kommission für die Abschaffung der Zeitumstellung zu werben. Er will sich auch dafür einsetzen, „dass die Sommerzeit in Zukunft für alle Zeit gilt“. Damit reagierte Juncker auf das eindeutige Votum der Europäer, die sich im Zuge einer EU-weiten Online-Umfrage für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen hatten (über 80 Prozent der Teilnehmer). Die Mehrheit der Teilnehmer sprach sich zudem für die Einführung der ganzjährigen Sommerzeit aus. Die Umfrage erzielte eine Rekordbeteiligung: 4,6 Millionen EU-Bürgern nahmen daran teil. Die zuständige EU-Verkehrskommission kündigte daraufhin an, einen Gesetzesvorschlag zu erarbeiten, über den schließlich das Europaparlament und die Mitgliedsstaaten abstimmen müssen.

Hintergrund:
1980 wurde die Zeitumstellung in Deutschland eingeführt, um das Tageslicht effektiver zu nutzen und dadurch Energie zu sparen. Durch die Umstellung der Uhren im Frühjahr konnten so die Sonnenstunden genutzt werden, um den Abend zu verlängern. Im Winter wurden die Uhren wieder zurückgestellt, um das Licht am frühen Morgen zu nutzen. Seit 1996 gibt es eine verbindliche EU-weite Regelung wonach – abweichend von der Normal- oder Zonenzeit – jeweils am letzten Sonntag im März die Uhren eine Stunde vor und am letzten Sonntag im Oktober wieder um eine Stunde zurückgestellt werden.

Der Nutzen der Zeitumstellung ist umstritten. Eine gewinnbringende Energieeinsparung scheint nicht nachweisbar. So wird laut Umweltbundesamt im Sommer zwar Energie für das Licht am Abend eingespart, dafür wird im Frühjahr und Herbst morgens mehr geheizt.

Ganzjährige Sommerzeit


Wenn im Frühjahr die Tage wieder länger werden, wächst das Bedürfnis der Menschen, sich im Freien aufzuhalten. Gartenlokale, Biergärten, Strandbars und Straßencafés haben in dieser Zeit Hochkonjunktur. Am Abend treffen sich die Menschen nach der Arbeit dort, um zu entspannen und Urlaub vom Alltag zu genießen. Damit leistet die Sommerzeit einen wichtigen Beitrag zu mehr Lebensqualität.

Die Sommerzeit ermöglicht zudem der Außengastronomie, d.h. Betreibern von Biergärten, Straßencafés, Restaurants mit Terrassen und Gärten in der schönsten Zeit des Jahres zusätzliches Geschäft. Die langen und hellen Abende werden von Besuchern gerne genutzt, um den Tag im Freien ausklingen zu lassen.

Auch die Wintermonate würden bei ganzjähriger Sommerzeit attraktiver, da es eine Stunde länger hell ist. Läufer, Wanderer oder auch Skifahrer dürften sich freuen. Sollte die Zeitumstellung abgeschafft und die ganzjährige Winterzeit eingeführt werden, überwiegen die Nachteile für Gäste und Gastwirte. Dies würde bedeuten, dass es von Ende März bis Ende Oktober eine Stunde früher dunkel wird. Die ganzjährige Winterzeit würde im Gegensatz zur ganzjährigen Sommerzeit einen Verlust an Lebensqualität mit sich bringen, ebenso wären Umsatzverluste in der Außengastronomie vorprogrammiert.

Fazit

Sollte die Zeitumstellung abgeschafft werden, spricht sich der DEHOGA für eine ganzjährige Sommerzeit aus.



Ansprechpartner: LGF Dr. Thomas Geppert

Stand: Oktober 2018