Bürokratismus, Überregulierung und Generalverdacht gegen die Betriebe des Gastgewerbes sind nicht der Stoff, aus dem neue Wachstumsrekorde entstehen. Im Gegenteil, Innovationen und Investitionen werden gehemmt. Zeit für das gastronomische Kerngeschäft fehlt. Allein durch das Mindestlohngesetz sind für die Unternehmen in Deutschland bürokratische Mehrkosten von knapp 10 Milliarden Euro pro Jahr entstanden. Dagegen betragen die Einsparungen durch das Bürokratieentlastungsgesetz jährlich nur rund 750 Millionen Euro.

  • Jede Gebührenerhöhung oder deren Einführung lässt die Betriebskosten ohne Umwege steigen.
  • Das Mehr an Bürokratie hingegen ist das schleichende Gift, das sich in die Betriebsabläufe frisst und deren wahres finanzielles Ausmaß erst im Nachhinein zu bestimmen ist.
  • Jede Dokumentations-, Kennzeichnungs- und Aufbewahrungspflicht bedeutet mehr Aufwand und somit mehr Kosten.
  • Jede Maßnahme bindet Personal, macht neue Prozesse notwendig und führt letzten Endes dazu, dass sich Gastgeber vom Gast, ihrem wichtigsten Gut, „wegbürokratisieren“ – immer häufiger auf ewig.
  • Gerade in kleineren Betrieben, in denen neue „Verwaltungsaufgaben“ nicht ohne Weiteres delegiert werden können, steigt die Belastung für UnternehmerInnen und Beschäftigte.
  • Gastwirte und Hoteliers wollen gute Gastgeber sein, am Schreibtisch können sie dieser Rolle nicht gerecht werden.

Laut einer Umfrage des DEHOGA Bundesverbandes verbringen Betriebe der Hotellerie und Gastronomie 13 Stunden pro Woche mit Bürokratie. Etwa 56 Dokumentationspflichten haben Unternehmen der Hotellerie und Gastronomie mittlerweile zu erfüllen. Oftmals ist es daher die Summe der Belastungen, die den Unternehmen zu schaffen machen und weniger eine konkrete Einzelbelastung.

Ziel muss die Schaffung eines bürokratischen Umfeldes sein, das wieder mehr Raum für selbstverantwortliches Handeln zulässt. Als Lösungswege schlägt der DEHOGA folgende Maßnahmen vor.

  • Keine neuen, zusätzlichen bürokratischen Auflagen.
  • Generelle Überprüfung, ob Gesetz oder Verordnung noch zeitgemäß ist bzw. sinnvoll angewendet werden kann.
  • Gerade Kleinst- und Kleinbetriebe, die unsere bunte und familiär geprägte Branche so lebens- und liebenswert machen und eine Einzigartigkeit in Deutschland sind, müssen vor bürokratischen Überbelastungen geschützt werden. Ein vorstellbarer Lösungsansatz könnte sein, einen Schwellenwert von 20 Mitarbeitern/Vollzeitäquivalente (Berechnung nach Kündigungsschutzgesetz) zu definieren. Unter diesem Schwellenwert könnte grundsätzlich und in breiter Form auf erkennbar überflüssige und zeitraubende Bürokratie verzichtet werden. Dies wäre auch mit Blick auf die EU-Gesetzgebung die einzige Möglichkeit um Kleinst- und Kleinbetriebe (Mittelstand) nachhaltig zu schützen.

Das ist auch allein schon aufgrund des Gefährdungspotentiales sinnvoll. Es gibt definitiv einen Unterschied, ob mit 20 Mitarbeitern etwas produziert wird oder industriell mit weit über 1.000 Mitarbeitern.

Insbesondere im Gastgewerbe, aber auch im Handwerk generell, ist dies überlebensnotwendig. 80,4 Prozent der gastgewerblichen Unternehmen in Deutschland kommen auf einen Jahresumsatz von jeweils unter 500.000 Euro, so die jährliche Strukturerhebung des Statistischen Bundesamtes. 36,5 Prozent haben einen Umsatz unter 100.000 Euro.

Die große Zahl unserer Betriebe funktioniert nur, weil die eigene Arbeitskraft nicht eingerechnet wird. Der durchschnittliche Gewinn pro Betriebsstunde liegt bei Schankwirtschaften in Bayern: 4,63 EUR! (Quelle: Betriebsvergleich)


Download