Neue IW-Köln-Studie unterstreicht herausragende Bedeutung des Gastgewerbes

Volkswirtschaft, Arbeitsmarkt, Regionen und Gesellschaft profitieren von Gastronomie und Hotellerie. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die das IW-Köln im Auftrag des DEHOGA Bundesverbands erstellt hat.

2016 waren im Jahresdurchschnitt 1,873 Millionen Personen im Gastgewerbe beschäftigt. Der Branchenumsatz lag bei 80,9 Milliarden Euro netto. Mit einer Bruttowertschöpfung von fast 45 Milliarden Euro gehört das Gastgewerbe zu den größten Branchen des Landes. Gastronomie und Hotellerie wachsen damit auch dynamischer als die Gesamtwirtschaft. Die Bruttowertschöpfung hat von 2010 bis 2016 real um 14,4 Prozent zugelegt (Gesamtwirtschaft 9,9 %), die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im gleichen Zeitraum um 23 Prozent (Gesamtwirtschaft 12 %).

„Nur, wer die Zahlen und Fakten kennt, kann die Leistungen unserer Unternehmer und Beschäftigten richtig beurteilen“, das seien Anlass und Ziel der Studie erklärte DEHOGA-Präsident Guido Zöllick im Rahmen einerPressekonferenz. Es gehe um mehr Kenntnis und Wertschätzung für das, was die 221.000 Betriebe des Gastgewerbes tagtäglich leisten. Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts für Deutsche Wirtschaft Köln, präsentierte die 70-seitige Studie: „Das Gastgewerbe trägt maßgeblich zur Lebensqualität und Standortattraktivität bei. Die Branche ist ein unverzichtbarer Teil des öffentlichen Lebens. Ihre Bedeutung speist sich nicht nur aus ihrer Wirtschaftskraft und Dynamik. Sie leistet darüber hinaus wertvolle Beiträge zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft.“

► Arbeits- und Ausbildungsmarkt – Branche der Chance

Knapp 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind Fachkräfte – die Quote ist genauso hoch wie im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft. Mit einer Vielfalt an Anforderungsprofilen bietet die Branche Arbeitsplätze für alle Qualifikationen. Der Anteil der Beschäftigten ohne Berufsabschluss ist mit 19,5 Prozent höher als in der Gesamtwirtschaft (11,8 Prozent).

Mit Blick auf die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist das Gastgewerbe die internationalste Branche. Rund 310.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte aus 150 Nationen finden hier eine Anstellung. Das Gastgewerbe gehört zudem zu den ausbildungsstärksten Branchen. Im Schnitt wird ein Azubi je 23,8 Beschäftigte im Gastgewerbe ausgebildet (Gesamtwirtschaft je 58,9 Beschäftigte).

► Gesellschaftliche Funktion – hohe Bedeutung für Attraktivität der Region

In jeder Region (kreisfreie Stadt oder Landkreis) beträgt der Anteil des Gastgewerbes an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mindestens ein Prozent. In 342 von 402 Kreisen liegt der Anteil bei mindestens zwei Prozent. Das stützt die These der flächendeckenden Bedeutung. Die Branche ist andererseits stark auf touristische Zentren konzentriert. Dort liegt in sieben Regionen der Beschäftigungsanteil höher als zehn Prozent und in 23 Regionen über sechs Prozent. Die Angebote des Gastgewerbes haben auch Bedeutung für die Wohnortentscheidung, gerade für jüngere Menschen. So ist das Restaurantangebot für mehr als ein Drittel der Menschen wichtig oder sehr wichtig. In der Gruppe der jüngeren Befragten liegt diese Quote bei knapp 55 Prozent.

► Gründungs- und Digitalisierungsbranche

Mit neun Gründungen je Bestandsunternehmen gehört die Gastronomie zur Spitzengruppe. Zudem nutzt die Branche die Chancen der Digitalisierung, etwa durch Abrechnungssysteme oder digitale Bestell- und Buchungssysteme. Hier ist die Hotellerie der Studie zufolge die am stärksten digitalisierte Branche Deutschlands.

Die Studie können Sie hier herunterladen...